| Ein Wort zur Technik...
Die Technik des Intarsienschneidens
ist über 3000 Jahre alt und stammt ursprünglich
aus dem Orient. Der Begriff Intarsia (abgeleitet von arab.
Tarsi = Verbinden) bedeutet, dass Furniere oder andere Materialien
wie Elfenbein, Schildpatt, Perlmutt, Metalle usw. in massives
Holz eingelegt werden. Faszinierend sind die Einlegearbeiten
der Renaissancezeit, wo zum Schmucke der Möbel nach diesem
Prinzip gearbeitet wurde.
Eine Arbeitsweise, die in heutiger Zeit eher
von der Marketerie ersetzt wird. Die Marketerie ist eine Form
der Intarsietechnik. Die Furniere werden dabei nicht in Massivholz
eingelegt sondern in ein Grundfurnier eingearbeitet und nach
Beendigung des Einschneidens des Motivs mit einer Trägerplatte
verpresst. Die Furniere haben eine Dicke von 0,6 – 1,0
mm. Die hier gezeigten Intarsienarbeiten sind nach dem Prinzip
der Marketerie entstanden.
Der Begriff Marketerie hat sich nicht durchgesetzt.
Im heutigen Sprachgebrauch werden in der Regel die Bezeichnungen
Intarsienarbeit oder Einlegearbeit verwendet.
Die Entwürfe werden spiegelbildlich auf
das Grundfurnier übertragen. Die Bearbeitungsseite wird
nach dem Aufpressen die Rückseite, die durch das Aufpressen
für immer verschwindet. Die Rückseite während
des Einschneidens wird die spätere Vorderseite, da durch
die natürlichen Schräghaltung der Hand der Dichtheitsgrad
auf dieser Seite noch größer ist. Ziel ist, wieder
eine exakt fugendichte Geschlossenheit der Oberfläche
zu erreichen, obwohl eine Vielzahl verschiedenster Furnierarten
zusammengefügt wurde.
Das eigentliche Schneiden erfolgt in Messertechnik.
Das ist eine Art, die äußerst unikate Ergebnisse
zulässt. Nach dem Ausschneiden des ersten Teils des Motivs
bildet sich eine Art „Fenster“. Unter das „Fenster“
legt man das Einlagefurnier und wie mit einer Art „Sucher“
kann dieses nach Feinheiten, Strukturen und Faserrichtungen
untersucht und ausgenutzt werden. Hat man sich entschieden,
wird am Fenster entlang der Schnitt mit dem Skalpell in des
Einlagefurnier vollzogen. Passgenau wird ausgeschnitten und
in das „Fenster“ eingelegt (das „Fenster“
wieder geschlossen) und mit Nassklebeband auf der Rückseite
befestigt. Dieser Ablauf wiederholt sich, bis das letzte Teil
des Motivs eingearbeitet ist: Ausschneiden – Einfügen
– Befestigen.
Danach erfolgt das Verpressen des Furnier-Motivs
mit der Trägerplatte (das kann z. B. sein: Mdf-Platte,
Tischlerplatte, Spanplatte). Auch die Unterseite der Platte
wird mit Furnier (dem so genannten Deckfurnier) beklebt, um
ein Verziehen der Platte zu verhindern. Nach dem Verpressen
mit der elektr. Heißpresse wird das Nassklebeband abgeweicht
und die Arbeit auf Maß gesägt. Die Kanten werden
mit Furnierstreifen beklebt und geschliffen, wie auch im Anschluss
die gesamte Oberfläche und Rückseite mit der Bandschleifmaschine.
Mehrere Arbeitsgänge mit Wässern, Trocknen, Handschleifen
mit immer feiner werdendem Schleifpapier schließen sich
an und lassen eine exakte Oberfläche entstehen. Abschließendes
Ölen, Wachsen oder Lackieren gibt dem Furnier eine wohltuende
Sättigung und angenehmen Glanz. Je nach Motiv und Anliegen
wird die Arbeit mit Passepartout, Rahmen, Glasuntergründen
oder anderen Gestaltungsmitteln komplettiert.
K. Christoph
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